Der Nordwind Vento (italienisch für Wind) beginnt im allgemeinen schon in der Nacht und erreicht am frühen Morgen seinen Höhepunkt. Dabei handelt es sich um abgekühlte Luftmassen, die in den Morgenstunden die schneebedeckten Gletscher im Umland hinunterjagen und dabei aus nördlicher Richtung die Surferherzen beglücken.
Bereits gegen 9:00 Uhr lässt seine Kraft meist deutlich nach. Der Vento erreicht oft ca. 6 Windstärken, machmal auch mehr. Bei Malcesine ist er am stärksten. Als Nordwindfahrer
muß man nicht nur Frühaufsteher sein. Man sollte sein Board bei diesen Bedingungen auch sich beherrschen, zumal der Gardasee kein Stehrevier ist, und sich auch weite Teile des Ufers durch steil abfallende Felswände nicht zum außerplanmäßigen verlassen des Wassers eignen
Der Südwind Ora ist in der Regel etwas schwächer als der Vento und erreicht meist 4 bis 5 Windstärken. Am stärksten weht es in der sogenannten Düse (der engsten Stelle des Gardasees), etwa in Höhe des Hotel Pier. Die Ora beginnt meist gegen 12:00 Uhr und schläft am späten Nachmittag wieder ein. Daher auch der Name Ora (Stunde), weil man nach dem Wind fast die Uhr stellen kann.
Verantwortlich hierfür ist die Sonne, welche die riesigen Felswände entlang des nördlichen Sees erwärmt. Die erhitzte Luft steigt auf und wird von der nachströmenden Luft der oberitalienischen Po-Ebene ersetzt. So entsteht eine zuverlässige Thermik, die um so stärker ist, je näher man den Felswänden kommt.